Die Glaubenskriege, 1550 - 1618

Schlachten

Schlacht bei Nieuport, 1600
Schlachtaufstellung


Freitag, 03. Februar 2017

Eigentlich ...

 

wollten wir gern den 80-jährigen Krieg in den Kanon unserer Themen aufnehmen und hatten uns dafür schon die Schlacht bei Mookerheide (1574) ausgeguckt, aber dafür brauchen wir haufenweise Pikeniere, um die spanischen Gevierte, die Tercios, darzustellen, und die sind noch nicht auf dem Markt, bzw. nicht mehr (die Konquistadoren von Revell werden schon lange nicht mehr hergestellt, ihre Kopie bei MARS scheint auch nicht mehr zur Verfügung zu stehen, die Konquistadoren von CESAR sind Mist, und die PAPST-Garde bei MM ist allenfalls als Lückenfüller zu gebrauchen). Wir hatten auf RED BOX gebaut, weil die ja auf dem Gebiet des 16. Jahrhunderts ungemein rührig sind. Und tatsächlich haben sie Entsprechendes angekündigt:

 

72097 - Spanish Infantry (Set 2) (16th Century)

72098 - Spanish Infantry (Set 3 - Pike)
(16th Century)

72100 - Italian Infantry (Set 2) (16th Century)

72101 - Italian Infantry (Set 3 - Pike)
(16th Century)

72109 - Burgundian Infantry and Knights (Set 1) (15th Century)

72110 - Burgundian Infantry and Knights (Set 2) (15th Century)

Uns sind alle genehm, aber interessieren tun uns besonders die spanischen Pikeniere, wohingegen es sich bei den Burgundern um Soldaten aus den nach ihnen benannten Kriegen handeln dürfte (1474-77). Warten wir es ab und hoffen wir das Beste. Wir rechnen mit Frühjahr.

 

 



Der 80-jährige Krieg

 

hat ziemlich genau 80 Jahre gedauert (1568-1648) und ist zu Wasser und an Land geführt worden. Die Niederländer wollten ungestört ihren Geschäften nachgehen (sie waren damals schon eine der reichsten Länder der Welt) und haben sich deshalb gegen die Spanier aufgelehnt, die in den “Spanischen Niederlanden” das Sagen hatten. Hinzu kam, daß die Spanier katholisch waren, die nördlichen Niederländer aber calvinistisch. Doch wie so oft in diesen Zeiten von Reformation, Gegenreformation und 30-jährigem Kriege ging es nur vordergründig um Glaubensunterschiede, eigentlich waren handfeste wirtschaftliche Interessen der Hauptantrieb. Die Südhälfte des Landes ist katholisch und auf Seiten der Spanier geblieben, später hat sich daraus Belgien entwickelt. Im Wiener Kongreß 1815 wurde Belgien wieder Holland zugesprochen, erklärte sich aber 1830 für unabhängig, woraufhin die Niederländer gleich dort einmarschiert sind – so einseitig kann Freiheitsliebe sein.

 

In diesen 8 Jahrzehnten geht es auf und ab, es ist auch ein längerer Waffenstillstand darunter, doch zu nenenswerten Feldschlachten kommt es vor allem im ersten Viertel des Krieges. Danach ärgert man sich gegenseitig mit Belagerungen. England mischt sich ein, von verdeckter militärischer Hilfe für die Niederlande bis schließlich zur Kriegserklärung an Spanien, und aus allem ragt 1600 die Schlacht von Nieuport (holländisch Nieuwport, lateinisch Porta Nova) hervor, eine echte Feldschlacht mit zwei taktıschen Besonderheiten: der Wert einer Eingreif-Reserve wirkt sich schlachtentscheidend aus, und hier kommen zum ersten Mal die “Oranischen Heeresreformen zum Tragen”, im wesentlichen kleinere Einheiten als die sehr großen und eher unbeweglichen Tercios, dafür mehr Feuerkraft.

 

Niederländische Armee

 

Erstes Treffen

 

Regiment Horace Vere (englisch)
Regiment Francis Vere (englisch)
Regiment Hertinga (friesisch, es handelte sich um ein Regiment doppelter Größe mit 19 Kompanien, darunter zwei Kompanien der Leibgarde zu Fuß von Moritz von Oranien)
6 Schwadronen Kürassiere
3 Schwadronen leichte Kavallerie

 

Zweites Treffen

 

Regiment Domerville (französische Hugenotten)
Schweizer Bataillon (4 Kompanien)
Regiment Marquette (wallonisch, vorwiegend Deserteure aus der spanischen Armee)
6 Schwadronen Kürassiere

 

Drittes Treffen

 

Regiment Ernst von Nassau (deutsch, kommandiert von Oberstleutnant Huysmann)
Hurchtenburch (niederländisch)
Ghistelles (niederländisch, 6 Kompanien stark, da die anderen als Verstärkung der Garnison in Ostende geblieben waren)
3 Schwadronen Kürassiere

Spanische Armee

 

Erstes Treffen

 

Erstes provisorisches Tercio (meuternde spanische Truppen)
Zweites provisorisches Tercio (meuternde wallonische Truppen)
7 Schwadronen leichte Kavallerie (meuternde Truppen)

 

Zweites Treffen

 

Tercio Monroy (spanisch)
Tercio Villar (spanisch)
Tercio Sapena (spanisch)
Tercio Avila (italienisch)
1 Schwadron leichte Reiterei mit Lanzen
5 Schwadronen Kürassiere

 

Dritte Linie

 

Tercio La Barlotte (wallonisch)
Tercio Bucquoy (wallonisch)
Regiment Bostock (britisch, aufgestellt aus der desertierten Garnison aus dem holländischen Deventer und durch katholische Flüchtlinge aus Großbritannien verstärkt; Katholiken unterlagen im England der Königin Elisabeth I. strengster Verfolgung)
6 Schwadronen leichte Kavallerie

 


 

Anfangsaufstellung

 

Nördlicher Flügel:

 

Niederländer: 14 Kanonen, 650 britische Musketiere.
Spanier: 9 Kanonen, 50 Reiter, 400 Mann Infanterie.

 

Südlicher Flügel:

 

Niederländer: 1200 Reiter
Spanier: 1000 Reiter

 

Zentrum:
Niederländer: 9350 Mann Infanterie
Spanier: 7300 Mann Infanterie